Verspätung aufgrund einer Enteisung

Wenn im Winter die Temperaturen unter Null Grad Celsius fallen müssen Flugzeuge regelmäßig enteist werden, damit sie flugbereit sind.

Juni 19, 2017

Oft versuchen die Airlines Verspätungen die durch den Enteisungsvorgang entstanden sind, als einen außergewöhnlichen Umstand darzustellen. Das Enteisen ist auf die kalten Temperaturen, also auf das Wetter zurückzuführen, daher glauben viele Fluggäste sie hätten tatsächlich keinen Anspruch. Denn wetterbedingte Verspätungen fallen normalerweise unter die Kategorie „außergewöhnliche Umstände“, bei denen Airlines keine Entschädigung zahlen müssen.

Verspätung aufgrund einer Enteisung

Das Amtsgericht Frankfurt macht deutlich, dass die Eisfreiheit der Flugzeuge im Winter zu den Kernpflichten der Airline gehöre. (Az.: 29 C 286/15 [85]) – Die Eisfreiheit liegt somit im Verantwortungsbereich der Airline. Sie hat dafür Sorge zu tragen, dass im Winter genügend Enteisungsmittel zu Verfügung stehen um die Flugzeuge rechtzeitig zu enteisen. Selbst wenn die Enteisung durch eine Drittfirma durchgeführt wird, liegt es in der Verantwortung der Fluggesellschaft, das Flugzeug pünktlich zum Start eisfrei zu bekommen. Somit steht Fluggästen eine Entschädigung von 250€ bis 600€ gemäß der EU-Verordnung zu, wenn ihr Flug wegen einer Enteisung eine Verspätung von mindestens drei Stunden hatte oder annulliert wurde.

Sonderfall

Selbstverständlich kann es sein, dass ein Enteisungsvorgang eine Verspätung von ca. 30 Minuten hervorruft, der Flug dann aber wegen sich verschlechternden Wetterbedingungen letztendlich ganz annulliert wird. In einem solchen Fall ist der Hauptgrund für die Annullierung das Wetter und nicht die Enteisung, somit müsste die Airline keine Entschädigung zahlen.

Siehe auch

www.airliners.de/massive-verspaetung-enteisung-passagiere-entschaedigung/37232

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